Kurzantwort: Hast du eine Kanal-Klimaanlage von Mitsubishi mit nur einem kabelgebundenen Wandthermostat ohne WLAN, lass den teuren MelCloud-Adapter weg. Ein ESP32 für rund 10 € am CN105-Serviceport gibt Home Assistant volle, lokale Steuerung — dieselben Funktionen wie der Wandthermostat, plus Energieverbrauch und Raumtemperatur. Dieser Ratgeber basiert auf Recherche: Der Umbau wurde im September 2026 von Iván Gómez Arnedo an einem Mitsubishi-SEZ-M60DA2-Kanalsystem dokumentiert [1], und wir haben den Ansatz gegen die offizielle ESPHome-Dokumentation geprüft [2].

Warum eine Klimaanlage ohne WLAN ein Problem ist — und was du besser lässt

Eine Kanal-Klimaanlage ohne WLAN bedeutet: Die Knöpfe hängen an der Wand — Modus (Heizen, Trocknen, Kühlen) und Lüfterstufe (hoch, mittel, niedrig) sind einen physischen Klick entfernt. Auf dem Papier gibt es vier schnelle Optionen — in der Praxis kostet jede einzelne Funktionen:

Option Auf dem Papier In der Praxis
IR-Empfänger-Kit Günstig Nicht an dieser Anlage; weiterhin kein Zugriff von unterwegs
Relais / Trockenkontakt Einfach Zerstört die Inverter-Modulation; du bekommst einen teuren Ein-Aus-Schalter
Generischer Thermostat Vertraut Verliert Protokoll, Sensoren und Diagnose des Herstellers
Kumo/MelCloud-Adapter Offiziell 100–200 €, Cloud-Polling: Jeder Befehl reist zu Mitsubishi

Hier zeigt sich dasselbe Muster wie bei Zigbee vs. Z-Wave: Der „offizielle" Weg ist nicht automatisch der beste. Mit einem Cloud-Polling-Adapter verlassen deine Daten dein Haus, und eine Preisänderung kann dich langfristig einsperren.

Die Option, die gewinnt: der CN105-Serviceport

Der CN105-Port ist derselbe Serviceport, den auch der eigene WLAN-Adapter des Herstellers nutzt. Das ist der entscheidende Spezifikationspunkt: Er spricht das native Protokoll, sodass du Solltemperatur, Modus, Lüfterstufe und Raumtemperatur exakt so bekommst, wie die Anlage sie misst. Der Port arbeitet neben dem Wandthermostat, statt ihn zu ersetzen — beide bleiben synchron, denn die Verbindung ist bidirektional.

Für unter 10 € an Bauteilen bekommst du: vollständig lokale Steuerung, Open-Source-Firmware und keinerlei Abhängigkeit von MelCloud.

Die Hardware, die du brauchst (unter 10 €)

  • ESP32-Board — zum Beispiel ein Waveshare ESP32-C6 DevKit ; jeder ESP32 mit zwei freien UART-Pins reicht.
  • JST-PA-2,0-mm-5-Pin-Pigtail — JST PA auf der CN105-Seite, Standard-Jumper-Enden auf der ESP32-Seite.
  • Keine externe Stromversorgung nötig: Die Anlage liefert selbst eine 5-V-Leitung am Serviceport.

CN105-Verkabelung: erst lesen, dann anschließen

Kabel CN105-Pin Signal ESP32
blau 1 12 V ⛔ niemals anschließen
grün 2 GND GND
gelb 3 5 V VIN
schwarz 4 TX RX2 = GPIO16
rot 5 RX TX2 = GPIO17

Zwei praktische Hinweise aus dem dokumentierten Umbau [1]: Schließe das blaue Kabel niemals an — diese 12-V-Leitung beschädigt das Board — und montiere den ESP32 außerhalb des Metallschaltkastens, denn der Kasten wirkt wie ein Faradayscher Käfig.

Anbindung an Home Assistant mit ESPHome

Flashe das Board beim ersten Mal per USB (ESPHome-Add-on → Gerät anlegen → WLAN-Zugangsdaten einmal eingeben) und wähle danach eine von zwei Firmwares:

  1. Native ESPHome-Komponente — vorkonfiguriert, die Standardeinstellungen funktionieren, einfachste Installation.
  2. Externe Komponente (echavet/MitsubishiCN105ESPHome) — gleicher Kern, zusätzliche Sensoren (siehe unten).

Nach dem ersten USB-Flash verbindet sich das Board mit dem WLAN und Home Assistant entdeckt es automatisch; jedes spätere Update läuft over the air über das ESPHome-Add-on.

Was du in Home Assistant bekommst

  • Klima-Entität: Ein/Aus, Modus (off, cool, heat, dry, fan_only, auto, heat_cool) und sechs Lüfterstufen.
  • Raumtemperatur — identisch zum Wandthermostat, als Sensor verfügbar.
  • Automatisierungen: Klimaanlage zeitplanen, auf Temperaturschwellen reagieren, nach Anwesenheit aktivieren.
  • Mit der externen Komponente zusätzlich: Außentemperatur (gemeldet, solange die Anlage läuft), Energieverbrauch in kWh und lesbare Fehlercodes.

Das Fazit

Wenn deine Klimaanlage CN105 spricht, ist der lokale Weg der klare Gewinner: rund 10 € Hardware, natives Protokoll, kein Cloud-Konto. Es ist kein Plug-and-play-Produkt, aber für eine Kanalanlage ohne WLAN ist es die einzige Option, die jede Funktion behält — plus die Funktionen, für die Mitsubishi andernorts 100 €+ verlangt.

Quellen: [1] I. Gómez Arnedo, „How I added a non-Wi-Fi Mitsubishi AC to Home Assistant" (Sep. 2026) — medium.com; [2] ESPHome — Dokumentation der Komponente „Mitsubishi CN105 Climate" — esphome.io.